Rolltreppen und Fahrsteige

Information

Eine Rolltreppe (oder Fahrtreppe) ist ein Personenbeförderungsmittel zur Überwindung einer Höhendistanz, bei dem sich bewegende Metall- oder (ehemals) Holzsegmente Treppenstufen bilden. Zweck ist im Allgemeinen eine Beförderung von Personen in einer höheren Geschwindigkeit als Schrittgeschwindigkeit und/oder mit weniger Muskelkraft. Ein beschleunigter „Transport“ der Personen von/zu einer Örtlichkeit kann der Zeit- und Platzersparnis dienen (z. B. an Bahnsteigen). Man spricht von Fahrsteig, wenn die Metallelemente keine Treppe, sondern eine ebene Fläche bilden, die auch geneigt und gekurvt sein kann. Rolltreppen sowie Fahrsteige müssen im Brand- oder Notfall abgeschaltet werden.

Zuständige Vorschriften und gesetzliche Regelungen

Die EU-Richtlinie über die allgemeine Produktsicherheit regelt unter anderem das Inverkehrbringen technischer Arbeitsmittel. Zu diesen zählen auch Maschinen wie Rolltreppen und Fahrsteige. Für diese muss eine EG-Konformitätserklärung erstellt werden, wie sie in der EG-Maschinenrichtlinie vorgesehen ist. Es muss ein CE-Zeichen an der Rolltreppe oder am Fahrsteig angebracht werden. Zudem sind die Geschwindigkeiten von Rolltreppen standardisiert, sie dürfen sich nur mit Geschwindigkeiten von 0,5 Metern pro Sekunde (1,8 km/h), 0,65 Metern pro Sekunde (2,34 km/h) oder maximal 0,75 Metern pro Sekunde (2,7 km/h) bewegen. Rolltreppen mit der geringsten Geschwindigkeit kommen hauptsächlich in Kaufhäusern zum Einsatz, die beiden schnelleren in U-Bahnen und Flughäfen.

Überwachungs- und Sicherungseinrichtungen

Nach der Euronorm EN115 muss in einigen Situationen das Anlaufen der Antriebsmaschine verhindert werden, oder sie muss sofort anhalten. Dazu gehören Ausfälle der Stromversorgung, der Erdung oder Überlastung von elektrischen Schaltkreisen; des Weiteren eine Überlastung des Antriebes, eine Überlast bei Zunahme der Motorwicklungstemperatur, eine überhöhte Geschwindigkeit oder ungewollte Fahrtrichtungsumkehr; ferner ein Ausfall der Hilfsbremse, ein Bruch oder eine unzulässige Längung, die unmittelbar die Stufen, Paletten oder den Gurt antreibende Bauteile (z. B. Ketten) betrifft; eine Verringerung des Abstands zwischen den Antriebs- und Umkehreinrichtungen (z. B. durch Blockierung des Stufenbandes); Fremdeinwirkung, wie ein Einklemmen von Fremdkörpern an den Kämmen der Einlaufstellen oben und unten, ein Ansprechen der Sicherheitseinrichtungen der Handlaufeinläufe, ein Absinken eines Teils der Stufen oder Paletten oder andere Beschädigungen, durch die der Eingriff der Kämme nicht mehr gewährleistet ist, ein Nichtöffnen der Bremsanlage, eine Differenz zwischen Geschwindigkeit der Stufen und des Handlaufes, geöffnete Wartungsklappen, fehlende Stufen oder Roste sowie ein Überschreiten der zulässigen Bremswege. Eine Änderung der europäischen Norm EN115 zur Sicherheit von Rolltreppen verbietet außerdem seit 1. Januar 2010 die Mitnahme von Kinderwagen auf Rolltreppen. Hintergrund ist die Unfallgefahr, die vor allem bei einem plötzlichen Nothalt der Rolltreppe für die Kinder im Wagen besteht. Im Zutritts- und Ausgangsbereich sind oftmals Stufenspaltbeleuchtungen verbaut, welche die Übergänge zwischen den Stufen auch an horizontalen Stellen besser erkennbar machen. Hierdurch wird vermieden, dass Personen unbeabsichtigt auf zwei Stufen gleichzeitig stehen, da dies bei dem später entstehenden Versatz der Stufen ein Unfallrisiko darstellen würde.